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| Verbaut Vergangenheit die Zukunft? |
| Predigt |
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Wir können nicht schweigen von dem, was wir gehört haben, dass geschehen ist:
Täglich kommen neue Misshandlungen ans Licht. Schrecken und Scham erfasst uns; nicht zu fassen, kaum zu glauben. Gut, wenn nun Opfern sich eine Möglichkeit auftut, darüber zu reden, sich vielleicht ein wenig zu befreien oder ein wenig Gerechtigkeit zurück zu erhalten. Es gilt: dem Missbrauch keine Toleranz.
Aber gilt diese Null-Toleranz auch dem Menschen, der Böses getan hat?: wir schließen dich aus - bei uns ist für dich kein Platz mehr - deine Schuld entehrt unsere Kirche, unsere Schule...Vielleicht scheint es noch zu bald, sich den Tätern zu zuwenden oder muß nicht beides gleichzeitig geschehen: Gerechtigkeit, Wiedergutmachung für die Opfer -"wer eines von diesen Kleinen verführt, für den wäre es besser....."- und für die Täter? Andere Worte Jesu sind eine Blanke, sich daran zu klammern, und wir können auch davon nicht schweigen: gerade den Sündern begegnet er mit großer Aufmerksamkeit, damit sie zurück finden auf den Weg des Lebens - vgl. das Evangelium des 3. Fastensonntags.
Die Kirche möge in den gegenwärtigen Wirrungen nicht schnell ein kostbares Gut über Bord werfen: dass Reue, Umkehr und Vergebung möglich sind. "Du nimmst uns an trotz unsrer Schuld" beten wir in einem Kyrielied. Auch dem Sünder darf nicht die Menschenwürde genommen werden.Und wenn wir das Bußsakrament ernstnehmen, bedeutet das, dass auch dem Sünder eine neue Zukunft eröffnet wird.
Selbstverständlich muss den Opfern unsere Hilfe gelten - und das viel klarer als bisher geschehen -, aber auch den Tätern Erbarmen. Was wäre unsere Welt, wenn es keine Erlösung von Schuld gäbe?! Und Schuld ist meistens nicht nur die giftige Frucht des betreffenden Menschen allein. Vgl. Paulus in Röm 3,23: "Alle haben gesündigt".
Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein...
Vgl. Evang. 3. Fastensonntag: "Meint ihr, dass nur sie Schuld auf sich geladen hätten, alle anderen Einwohner von Jerusalem aber nicht?" meinte Jesus, der wusste, dass alle der Umkehr bedürfen.
Und die ist nur dort möglich, wo Liebe das Hauptgebot ist wie in unserem christlichen Glauben, wo Gott die Liebe ist. |
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