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Den Glanz meines Lebens entdecken
Predigt
Autor: Stiftspropst Vinzenz Baldemair Datum: 21.02.2010
Pfarre: Stiftspfarre Mattsee Gelesen: 437 x
Vor vier Tagen erinnerte uns das Aschenkreuz auf die Stirn an die Vergänglichkeit des Lebens - immer wieder greift das Kirchenjahr die Wechselfälle unseres Daseins auf.
Freude und Trauer, Erfolg und Versagen, Verlust und Gewinn, Tod und Leben..
Gerade die Gewissheit der Vergänglichkeit verweist auf die Bedeutung des Hier und Jetzt, des voll zu lebenden und zu verantwortenden Augenblicks, eben weil wir nicht wissen, wann wir heraus gerufen werden aus unserer Lebensgeschichte.
Aber die Botschaft Jesu weitet unseren Blick: wir dürfen verstehen, dass der Weg auf Ostern hin, auf Erlösung und Auferstehung bereits begonnen hat. Der Weg liegt vor uns. Die Frage ist, ob und wie wir ihn gehen. Es ist ein Wagnis, den persönlichen Weg zu finden. Da kann schon einiges zugewachsen sein, weil manches hinein wuchert: eigene Bequemlichkeit, verlockende Angebote bis zu fremdem Dreinreden, dass es nur so und nicht anders sein muss. Es kommt einiges auf uns zu, das uns von der eigenen Integrität abbringen möchte.
Jeder Mensch erlebt "Versuchungen" solcher Art.
Lukas schildert drei Versuchungen, die Jesus zu bewältigen hatte. Urversuchungen des Menschen:
"Nicht von Brot allein lebt der Mensch" - wir bitten um das tägliche Brot im Vaterunser, wir suchen Arbeit, um uns Brot leisten zu können. Brot ist das Zeichen für Jesu Gegenwart in der Eucharistie: ER verbindet das berechtige Verlangen nach Brot und mit dem "Wort Gottes", wie Matthäus noch ergänzt. Wir brauchen das gute Wort wie das tägliche Brot: ein Wort der Anerkennung, des Dankes, der kritischen Ermahnung, der Liebe: der Mensch lebt von jedem Wort, das eine Ableitung des Wortes Gottes, eine Variation Jesu ist.
Die Versuchung zur absoluten Macht, die zu erlangen offenbar nur möglich ist, wenn das Böse angebetet wird. Hier wird der Menschn zum Bösen, wird ein Diabolos-Teufel , das heißt: einer, der auseinander treibt, durcheinander bringt, zerstreut ..bis hin dass er Tod bringt.
Die Macht Gottes ist anders: sie wird eingesetzt zum Dienen. Das hat Jesus vorgelebt: wie ist er auf die Menschen eingegangen und hat alles für sie gegeben, in der Überzeugung, dass nur so ein gerechtes und friedliches Miteinander möglich ist, und dass dann der Mensch sein Leben nicht vergibt oder sich verliert, sondern es wahrhaftig gewinnt und zu sich selber findet. Wer Gott anbetet, wird diesen Weg finden oder - was noch mehr zählt: er wird gefunden werden.
In diese Richtung könnte ein christliches Fasten gehen. Es geht eigentlich nicht um Abspecken oder keine Zuckerl Schlecken. auch nicht um Autofasten. Versuchen wir, uns zu erkennen und sensibel zu werden für unser eigenes Leben, das viel an geistigem Potential hat, welches es wie einen Kristall zu heben gilt.
Fasten ist: den Glanz unseres Lebens entdecken und uns daran erfreuen, heute und morgen.
Denn dann sind wir Spiegel, in dem wir Gottes Antlitz sehen, voll Dankbarkeit, beschenkt mit dem Glück und der Lebensfrfeude unseres Schöpfers.

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